Warum Stress nicht nur mit Ihrem Alltag zu tun hat

„Ich habe einfach zu viel Stress.“

Diesen Satz höre ich in meiner Arbeit regelmäßig. Und oft folgt darauf eine lange Liste von Gründen: zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit, Konflikte im Beruf, Herausforderungen in der Familie oder das Gefühl, ständig allem gerecht werden zu müssen.

Doch wenn wir genauer hinschauen, zeigt sich etwas Interessantes:

Stress entsteht nicht allein durch das, was passiert. Er entsteht auch durch die Bedeutung, die wir einer Situation geben.

 

Warum dieselbe Situation Menschen unterschiedlich belastet

Stellen Sie sich vor, zwei Personen verschicken versehentlich eine E-Mail mit einem Tippfehler. Die eine Person denkt:

„Passiert. Ist nicht schlimm.“

Die andere ärgert sich stundenlang darüber. Sie fragt sich, was andere jetzt von ihr denken, ob sie unprofessionell wirkt oder einen schlechten Eindruck hinterlässt.

Die Situation ist dieselbe. Der Stresspegel nicht. Was macht den Unterschied?

Unsere innere Bewertung.

 

Die unsichtbare Ebene hinter dem Stress

In Coachings schauen wir deshalb nicht nur auf die äußeren Umstände. Natürlich gibt es Situationen, die objektiv herausfordernd sind. Hohe Arbeitsbelastung, schwierige Beziehungen oder große Veränderungen verlangen uns viel ab. Trotzdem reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf dieselben Herausforderungen. Häufig spielen dabei frühere Erfahrungen, innere Überzeugungen und unbewusste Glaubenssätze eine Rolle.

Vielleicht wirkt im Hintergrund ein Satz wie:
Ich darf keine Fehler machen.
Ich muss alles schaffen.
Ich darf niemanden enttäuschen.
Ich bin nicht gut genug.

Solche Überzeugungen können dazu führen, dass Situationen deutlich belastender erlebt werden, als sie es eigentlich sein müssten.

 

Eine hilfreiche Frage statt der Suche nach dem perfekten Zustand

Viele Menschen wünschen sich, dass ihr Stress komplett verschwindet. Doch ist das wirklich das Ziel?

Stress gehört zum Leben dazu. Er hilft uns, aufmerksam zu sein, Herausforderungen zu bewältigen und in Bewegung zu kommen. Die spannendere Frage lautet oft:

Welcher Umgang mit Stress wäre für mich stimmig?

Statt von einer 9 direkt auf eine 0 kommen zu wollen, kann es hilfreicher sein zu fragen:

Wo stehe ich aktuell?
Wo möchte ich gerne stehen?
Was würde sich verändern, wenn ich diesen Wert erreiche?

Diese Perspektive macht Veränderung oft greifbarer.

Fragen zur Selbstreflexion

Wenn Sie Ihren eigenen Umgang mit Stress besser verstehen möchten, können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Was genau stresst mich aktuell?
  • Welche Bedeutung gebe ich dieser Situation?
  • Welche Gedanken tauchen dabei immer wieder auf?
  • Was müsste ich glauben, damit dieser Stress entsteht?
  • Wo auf einer Skala von 0 bis 10 liegt mein Stress aktuell?
  • Welcher Wert wäre für mich realistisch und wünschenswert?
  • Was wäre dann anders?

Nicht jede belastende Situation lässt sich sofort verändern. Manchmal beginnt Entlastung bereits dort, wo wir verstehen, warum uns etwas so stark beschäftigt. Denn oft steckt hinter dem Stress nicht nur das, was im Außen passiert – sondern auch die Geschichte, die wir uns darüber erzählen.

Ich freue mich,
dich und dein Team kennen zu lernen!

Neda Mohagheghi
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